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Südafrikabericht

Unsere Reise nach Pretoria war ein wahnsinnig tolles Erlebnis und wird uns Allen sicherlich noch sehr lange in schöner Erinnerung bleiben. Besonders eindrucksvoll war auch die Begegnung mit den Menschen, den Austauschschülern, deren Familien und Freunden in Südafrika. Der Empfang war so freundlich und herzlich, dass unsere Aufregung beim ersten Treffen gleich in Begeisterung und Freude umschlug. Während unserer Zeit dort, wurde uns mit Offenheit und Neugier begegnet. Auch der Stolz und die Besonderheit einen Austauschschüler aus Deutschland zu beherbergen zeigte sich jederzeit und man wurde von vielen verschiedenen Menschen und Verwandten jeden Tag aufs Neue mit Herzlichkeit und Gastfreundschaft begrüßt. Ein großes Fest zum Abschied mit traditionellem Potjie Essen, ein leckerer Eintopf vor Ort gemeinsam zubereitet, brachte noch einmal alle Austauschschüler und Lehrer mit Familien und neu gewonnenen Freunden zusammen. Man spürte die Vertrautheit und Freundschaft, die in diesen zwei Wochen zwischen den deutschen Schülern und ihren Austauschfamilien entstanden war. Der Abschied würde nicht leicht fallen, aber die Vorfreude auf den Rückbesuch im Juni würde das Warten auf ein Wiedersehen bestimmt erleichtern.

 

Deutsche Schule Pretoria (von Fiona April Lorenzen)

Rund um die Schule blühen die rosanen und weißen Jacarandas. Die rund 733 Schüler

(338 Jungen und 395 Mädchen) strömen auf das Schulgelände, sie tragen weiße oder rote T-Shirts und kurze oder lange schwarze Hosen: die Schuluniform.

Die Häuser sind hell gestrichen oder aus rotem Backstein. Rund um die Klassenzimmer befinden sich Veranden. Die vielen verteilten Schulhöfe sind bestückt mit Picknicktischen und Stühlen, mitsamt Sonnenschirmen. Überall sind Blumen in Beeten, in den verschiedensten Sorten. Die Böden sind mit bunten Farben bemalt.

An der einen Seite der Schule befindet sich ein großer Pool, denn Schwimmunterricht ist hier in Pretoria Pflicht und wenn man das blau strahlende Wasser so sieht, kann man sich vorstellen, dass die Schüler bei diesem Himmel freiwillig ins Wasser gehen. Fast scheint es, als befände man sich in einem großen Sommercamp: die Stimmung ist ausgelassen, die Jugendlichen lachen und die jüngeren Schülerinnen tanzen und singen in den Ecken der Korridore.

Morgens treffen sich die Schüler aus 20 Nationalitäten, in der Aula, in der Assembly Hall, es werden anliegende Themen besprochen oder auch Schüler für ihre besonderen Leistungen gelobt. Zudem wird die Schulhymne gesungen. Und wenn alle 733 Schüler aufstehen und mit voller Inbrunst singen: Ja, da kamen auch mir dann die Tränen!

Die Schüler haben die Möglichkeit einen südafrikanischen und einen international anerkannten deutschen Abschluss zu erreichen. Es wird in Deutsch und Englisch unterrichten. Dabei versucht die Privatschule die deutsche Kultur, sowie die anderen südafrikanischen Kulturen zu fördern. Schwarze und weiße Kinder lernen zusammen und haben dieselben Chancen auf einen guten Abschluss.

Und auch nach der Schule haben die  Jugendlichen die Möglichkeit sich in der Schule zu engagieren, es gibt die Möglichkeit Wasserball zu spielen, in einer Computer AG mitzumachen oder in einer Tanzgruppe dabei zu sein und noch vieles mehr.

Sogar ein Oktoberfest organisiert die Schule jedes Jahr: Mit Brezeln, Tanz und Festzelt.

Unsere Südafrikareise begann und endete auf dem Platz vor der Schule. Wenn ich an diesen Ort zurück denke, bin ich glücklich aber auch unglaublich traurig. Denn was ich dort erlebt habe ist einzigartig und war wunderschön und nun bin ich Tausende von Kilometern entfernt von den Menschen, die in den 2 Wochen meine Familie geworden sind.

Wenn ich die Augen schließe, rieche ich bis heute den Duft von den Jacarandas, der über der ganzen Schule liegt und den Ort magisch werden lässt.

 

Südafrika-Ausflüge (von Sandra, Vanessa und Sandy)

Dank der sehr guten Organisation und Planung unserer Partnerschule, haben wir sehr viele interessante und schöne Ausflüge rund um Pretoria gemacht.

Unseren ersten Ausflug machten wir zum Voortrekker Monument, einem Gebäude, das als Denkmal an die Voortrekker, die ersten Siedler die nach Südafrika kamen, gebaut wurde. Dort hatten wir eine Führung und konnten uns danach noch selbstständig umgucken, bis wir dann zum Freedom Park gefahren sind. Der Freedom Park gedenkt den Opfern der beiden Weltkriege, der südafrikanischen Bürgerkriege und der Apartheid. Es gibt unter anderem eine riesige Wand, auf welcher viele Opfer namentlich genannt werden.

Am zweiten Tag sind wir zu der Wonder Cave in Kromdraai gefahren. Das ist die 3. größte Höhle im Land, die ca. 2,2 Billionen Jahre alt ist. Es war sehr interessant, die mit der Zeit entstandenen Formen der Gesteine zu sehen. Dem Rundführer war jedoch das Leben der Formationen wichtiger als unsere Sicherheit (es war sehr steil), sodass er ständig wiederholte: „If you fall, don’t touch the formation! If you touch them, they will die. If you broke a leg, it can be healed but the formation will die.”

Danach sind wir in den „Rhino and Lionpark“ gefahren, was auf jeden Fall ein unvergesslicher Ausflug war, da wir Löwen, Tiger und Geparden streicheln durften. (nicht nur Babys!) Wir haben tausend Fotos gemacht, da dies ein absolutes Highlight war, das man in Deutschland einfach nicht erleben kann. Es war ein unglaubliches Gefühl, einen Tiger oder Löwen zu streicheln, aber man hatte dennoch großen Respekt vor den Tieren, da man normalerweise denkt, da man die Tiere eigentlich nur als wild und gefährlich kennt.

Davor haben wir eine Safari mit unserem Bus gemacht und haben sowohl Nashörner, Strauße als auch Büffel gesehen.

Am dritten Tag sind wir dann zur Cullinan Mine in Gauteng gefahren. Die Miene ist die drittgrößte in Afrika und ist berühmt für den Cullinan Diamond, der heute die Krone der britischen Königin ziert. Mit 3106 Karat ist er der größte Rohdiamant, der jemals gefunden wurde. Nachdem wir verschiedene Diamanten in verschiedenen Größen, Formen und Farben gesehen haben, sind wir dann - ausgestattet mit Mienenhelmen - über das Gelände gelaufen und konnten einen riesigen Krater aus der Nähe bestaunen.

Danach konnten wir noch ein bisschen durch den Ort schlendern und Souvenirs kaufen, bevor wir uns dann auf den Rückweg zur Schule gemacht haben. Da es ein ziemlicher heißer Tag war und wir alle große Lust hatten, schwimmen zu gehen, wurde netterweise der Schulpool für uns geöffnet und wir hatten einige Stunden Zeit, uns abzukühlen und uns zu sonnen. Was uns besonders in Erinnerung geblieben ist, sind die 2 kleinen Vögel am Poolrand, die fast jeden einmal angegriffen haben, der ihnen zu nahe gekommen ist.

Nach unserem ersten Wochenende mit unseren Gastfamilien begann für unsere Austauschschüler wieder die Schule und wir besuchten den Unterricht mit ihnen. Zuvor gab es noch eine Versammlung in der Aula, bei der wir den Schülern und Lehrern vorgestellt wurden.

Am nächsten Tag sind wir dann in das Kwaggarus Camp gefahren. Als wir angekommen sind, haben wir kurz unsere Zimmer verteilt und unsere Sachen ausgeräumt und sind dann in den Pool gegangen. Direkt neben dem Pool war ein Gehege mit Krokodilen, was sofort ein „Camp-feeling“ vermittelt hat. Danach haben wir ein Spiel gespielt, durch das wir dann in 2 Gruppen eingeteilt wurden. Beide Gruppen bekamen die Aufgabe, sich einen Gruppennamen auszudenken und einen dazu passenden Tanz zu gestalten. So entwickelten sich die 2 Gruppen „Cobras“ und „Buffalos“ und alle hatten richtigen Spaß an der kreativen Umsetzung, sodass die Buffalos sich sogar noch passend angemalt haben.

Am Abend haben wir dann eine Nachtsafari gemacht, bei der wir ein paar Tieren begegnet sind. Am nächsten Morgen ging es dann weiter mit Gruppenspielen. Die Cobras haben gegen die Buffalos gespielt, aber leider kam es dabei zu ein paar Streitereien, da ein paar Personen die Spiele zu ernst nahmen. Daraufhin haben wir dann Vertrauensübungen mit unseren Austauschpartnern gemacht. Alle waren sehr glücklich, nachdem sie diese gemeistert haben und es hat auch gezeigt, dass die meisten eine sehr gute Beziehung zu ihren Austauschschülern haben. Danach wollte sich jeder abkühlen und deshalb sind wir an den See gegangen, über den eine Art Seilbahn führt. Damit sind wir dann alle ins Wasser gefahren und  hatten eine Menge Spaß. Im Laufe des Tages sollten wir dann in kleinen Gruppen eine Vorführung für die Show am Abend vorbereiten. Die Show war ein sehr schöner Abschluss des Campwochenendes, da sie sehr kreativ gestaltet war mit Tanz, Gesang und Pantomime. Wir haben viel zusammen gelacht und gemerkt, wie viel uns alle schon miteinander verbindet und was für eine schöne Zeit wir schon zusammen verbracht haben. Den Abend haben wir dann noch am Lagerfeuer ausklingen lassen.

Am nächsten Morgen mussten wir dann relativ früh aufstehen und haben ein letztes Mal zusammen im Camp gefrühstückt. Danach haben wir noch eine Safari in einem offenen kleineren Safaribus gemacht, bei der wir endlich alle Tiere gesehen haben, auf die wir uns schon lange gefreut haben, sprich Giraffen, Gnus, Kudus, Zebras und Impalas.

Dann ging es auch schon weiter zur Grundschule in Marmelodi. Das war wirklich einer der Ausflüge, der einem für immer in Erinnerung bleiben wird. Als wir an den Townships vorbeigefahren sind und gesehen haben, wie eng die Blechhütten aneinander stehen und wie provisorisch sie durch Planen und Autoreifen zusammengehalten werden, hat wohl jeder geschluckt.
Umso schöner war es, als wir in der Schule ankamen und die Kinder uns begrüßt haben. Sie haben ein unglaublich mitreißendes Programm aus Tanz und Gesang vorbereitet, bei dem jede der Klassen etwas vorgeführt hat. Es hat einen wirklich mitgenommen, zu sehen, wie sehr sich die Schüler darüber gefreut haben, uns ihre Arbeit zu präsentieren, sodass uns allen sogar die Tränen kamen.

Nachdem die Show zu Ende war, hatten wir dann die Möglichkeit mit kleinen Gruppen in die verschiedenen Klassenräume zu gehen und uns mit den Schülern zu unterhalten. Es ist wirklich unbeschreiblich wie offen einem die Menschen begegnen. Die kleineren Kinder sind sofort auf einen zugerannt und bevor man den Raum richtig betreten hat, hingen schon 3 Kinder an den Armen, 2 am Bauch und 1 am Bein. Besonders begeistert waren sie von der weißen Haut und blonden Haaren und konnten nicht damit aufhören, einen anzufassen, da sie so fasziniert waren. Auch in den Klassenräumen haben die Kinder noch einmal für uns gesungen und es hat wirklich Spaß gemacht, ihnen dabei zuzusehen, da man gemerkt hat, was für eine Leidenschaft dahintersteckt! Es fällt wirklich schwer die Eindrücke von diesem Tag in so einen kleinen Text zu packen, was aber nochmal betont werden muss ist, was für eine einmalige und einprägende Erfahrung es war und dass wir jedem raten würde, selbst einmal nach Afrika zu fahren und sich das mit eigenen Augen anzusehen.

Unser nächster Ausflug führte uns nach Johannesburg zu dem alten Haus von Nelson Mandela. Das Haus ist heutzutage eher eine Art Museum, da überall Fotos und Ausstellungsstücke gezeigt wurden. Danach war ein Besuch in dem Freizeitpark Gold Reef City vorgesehen, doch leider hatten wir ausgerechnet an dem Tag schlechtes Wetter und so sind wir stattdessen zur Menlyn Park Shopping Mall gefahren, wo wir uns den Nachmittag über aufgehalten haben.

An unserem letzten richtigen Tag hat jede Gruppe ein sogenanntes „Potjie“, eine traditionelle Zubereitung des Essen von den Voortrekkern in einem dreibeinigen Kessel, in dem man Zutaten stapelt und unter Feuer köchelt, nach traditionellen Rezepten gemacht. Bei richtiger Zubereitung dauert das Ganze ca. 3-4 Stunden. Jede Gruppe hatte eine eigene Strategie und ein eigenes kreatives Rezept, sodass wir am Ende das ganze Essen geteilt haben. Es gab zwar ein Gewinnerteam, aber alle Potjies waren sehr lecker. Wir haben den Tag dann noch alle gemeinsam verbracht und wollten gar nicht an den nächsten Morgen denken, da es dann schon nach Hause ging.

Abschließend würden wir sagen, dass der Südafrika-Austausch die beste Möglichkeit war, einmal eine komplett andere Kultur und deren Lebensweise kennenzulernen. Wir haben Dinge gesehen und erlebt, die wir nie wieder vergessen werden und sind unglaublich dankbar für die ganzen Erfahrungen, die wir sammeln durften. Aus dem Grund würden wir jedem so einen Austausch empfehlen, da jeder einmal diese kostbaren Erfahrungen gemacht haben sollte.

 

Gegensätze in Südafrika

Südafrika ist ein Land der Gegensätzlichkeiten, in dem Armut und Reichtum nah bei einander liegen.
Zum einen gibt es viele, von Zäunen abgegrenzte Wohngebiete, in denen meist nur  Weiße leben. Es gibt dort viele Villen, wobei nahezu jede einen großen Garten und einen Pool hat. Die meisten Häuser besitzen auch Alarmanlagen und noch einen Zaun der nur ihr Grundstück begrenzt. Einige Wohngegenden werden auch von Personal bewacht.

Demgegenüber stehen die Townships in denen ärmliche Verhältnisse vorherrschen und nur dunkelheutige Menschen leben. Als Weißer ist man etwas ganz Besonderes im Township und die Menschen reagieren sehr positiv auf einen.  Religion und Familie sind den Menschen sehr wichtig. Auch hier gibt es jedoch Unterschiede, da die Menschen aus dem Township andere Kirchen besuchen als die Menschen aus den reicheren Wohngegenden.

Auch in der Schule werden die Gegensätzlichkeiten deutlich, da die Freundesgruppen sehr unterschiedlich sind zwischen den Weißen und Dunkelhäutigen. Auch die Klassen sind bezüglich des Schulabschlusses getrennt.